Fachbeiträge von Spitzenfrauen

Es weihnachtet sehr

Christa Samluck-Köpsel

Überall Weihnachtsmärkte, Nikoläuse, Lichter…. Mir fallen warme, stimmungsvolle Räume mit Kerzenlicht, gutes Essen, Familie und Entspannung ein. Ist es aber überall und bei jedem so? Viele meiner Patienten haben Probleme das Weihnachtsessen zu verdauen. Die Gründe können unterschiedlich sein.

Oft ist der Stresspegel stark erhöht und Streit liegt nicht nur in der weihnachtlichen Luft, sondern wird auch ausgetragen. Einerseits können Veränderungen der Essgewohnheiten zu Weihnachten sehr hilfreich sein und andererseits die Perfektionsgrenze zugunsten des Friedens innerhalb der Familie gesenkt werden. Probieren Sie einfach mal neue gesunde Rezepte ohne Weihnachtsgans und entsprechender Soßen aus. Es muss auch nicht alles perfekt aufgeräumt sein, wenn die Schwiegermutter zu Besuch kommt.

Andere meiner Patienten sind das erste Mal alleine, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben. Weihnachten ist weit weg für sie und oft wissen sie nicht, wie sie diese Tage überstehen sollen. Der Appetit ist ihnen verloren gegangen. Sie werden nicht unbedingt Probleme mit der Verdauung haben, dafür fühlen sie sich traurig und einsam.

Dennoch haben diese Menschen auch körperliche Beschwerden, oft sogar verstärkt durch den Todesfall wie Herz-, Rücken- und Magenschmerzen. Haben diese keine körperlichen Ursachen, dann lohnt sich die Überlegung, ob man sich die Hilfe eines professionellen Trauerbegleiters/in/ holen sollte. Möglich sind auch der Besuch einer Trauergruppe, eines Trauercafés oder eines Trauerseminars.

In meiner Praxis kann ich Ihnen auch die Hilfe naturheilkundlicher Therapien zusätzlich zu psychischen Therapien und der Trauerbegleitung anbieten. Wichtig ist aber zu wissen, dass Trauer ein lebensnotwendiger physiologischer Prozess ist.

Dieser Entwicklungsprozess hilft uns mit dem Verlust eines geliebten Menschen, des Arbeitsplatzes, eines Körperteils oder der Heimat leben zu lernen. Jede Trauer ist einzigartig und jeder Trauernder individuell.

In der Trauer gibt es körperlich nachweisbare Veränderungen, auch im Gehirn. Die Nebennieren müssen ganze Arbeit leisten. Durch den erhöhten Cortisolspiegel kann der Schlaf gestört werden und die Immunabwehr sinken.

Im Monat Dezember verstärken sich die Reaktionen des Körpers und die Ängste. Das erste Mal diese Tage ohne den geliebten Menschen erleben zu müssen ist Stress pur.

Es gibt aber Hilfe und Unterstützung. Schauen Sie in das Internet oder Telefonbuch, fragen Sie in den Kirchengemeinden nach. Schauen Sie genau bei sich, was Sie jetzt brauchen, wie und wo Sie es erhalten können.

Vielleicht ist auch eine Trauerreise etwas für Sie? Eine Trauerreise ist für trauernde Menschen konzipiert an einem schönen Ort. Hier findet Trauerarbeit statt, aber auch gemeinsame Essen, Gespräche, Ausflüge, Rituale und mehr. Es darf geweint, aber auch gelacht werden. Aus der Erfahrung kann ich Ihnen berichten, dass wir auf den Trauerreisen oft und viel lachen. Sich darauf einlassen ist eine wichtige Voraussetzung, denn dann kann eine solche Reise Ihren Trauerprozess unterstützen.

Das wäre doch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk für Sie selbst? Es würde in einer schweren Zeit etwas Hoffnung und Licht bringen. Und das können Trauernde gebrauchen.

Das neue Trauerseminar von Bürger Aktiv in Henstedt-Ulzburg beginnt im neuen Jahr am Sonntag, dem 6. Januar um 15 Uhr in der Kulturkate, Beckersbergstr. 44. Hier begleite ich die Trauernden in einer kleinen Gruppe einmal monatlich am ersten Sonntag acht Monate lang in ihrer Trauer.

Zum Trauercafé in Henstedt-Ulzburg im Café am Wöddel, Am Wöddel 25, können Sie am Samstag, dem 8.12., kommen oder in das Trauercafé vom Tausenfüßlerverein in Kaltenkirchen, Schützenstr. 45, am Sonntag, dem 16. Dezember. Um telefonische Anmeldung wird gebeten. Meine Heilpraktikerpraxis ist in der Woche nach telefonischer Terminabsprache für Sie geöffnet.

Ich wünsche Ihnen/ Euch allen entspannte Vorweihnachtszeit und ein friedliches neues Jahr!

Foto (c) Christa Samluck-Köpsel

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