Fachbeiträge von Spitzenfrauen

Lassen sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren?

Petra Michel - Ernährungscoach

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Spricht man mit 100 Leuten über das Vereinbaren von Familie und Beruf erhält man ca. 80 Argumente und Ansichten, Vorwürfe an Politik und Firmen zum Für und Wider der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch was verbirgt sich hinter „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“?

Schwere Kost oder?

Laut Wikipedia versteht man unter der Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit dem 20. Jahrhundert die Möglichkeit Erwachsener im arbeitsfähigen Alter, sich zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits zu widmen, unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die dabei auftreten können. Wie können wir Erwachsenen das alles unter einen Hut bekommen? Wollen wir das überhaupt? Wie kann jede einzelne Familie das im Alltag umsetzen? Lässt sich das mit Berufen wie der Pflege oder am Fließband denn realisieren? Oder ist Vereinbarkeit von Familie und Beruf doch nur eine Floskel? Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verlangt Familien sehr viel Eigenverantwortung ab.

Klar ist auch, dass die Bedingungen drum herum nicht überall gut sind und die Politik mehr tun muss und könnte. Aus diesem Grund sehen viele Familien die Arbeit und Argumente der Politik als Floskel.

Familien müssen sich für Veränderungen stark machen und dürfen das nicht nur der Politik überlassen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat in der Broschüre „Erfolgreich für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (Stand Dezember 2014) festgestellt, dass die Bedeutung von familienfreundlichen Rahmenbedingungen als Standortfaktor für die Wirtschaft und die Lebensqualität der Familien in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Hier schiebt die Politik die Verantwortung der Wirtschaft zu, ohne selbst die wichtigen Voraussetzungen zu schaffen.

Aber wie funktioniert es denn nun konkret?

Familien, besonders Frauen, haben die Chance als erstes eine Beratungsstelle aufzusuchen. Im Kreis Pinneberg gibt es das Projekt „Frau und Beruf“, das durch den europäischen Sozialfond und das Land Schleswig - Holstein gefördert wird. Hier erhalten Frauen eine individuelle und unabhängige Beratung rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier wird geschaut welche beruflichen Möglichkeiten bestehen und wie das „Drumherum“ organisiert werden kann.

Es ist jedoch auch eigene Initiative und Verantwortung der Firmen und der Mitarbeiter/innen gefragt. Unternehmen schaffen oft konkrete Maßnahmen für die familienfreundliche Ausgestaltung von Arbeitszeiten und -abläufen, wie betriebliche Kindergärten oder Abhol- und Bringdienste für Kinder oder Pflegebedürftige. Oft gibt es bei kleineren Firmen Kooperationen mit Kitas zum Ausbau der Kinderbetreuung. Firmen haben tolle Ideen entwickelt, wie beispielsweise eine Spielzeugkiste im Büro, für Mitarbeiter/innen die ihr Kind kurzfristig mit zur Arbeit bringen. Na klar ist die Erstellung eines Dienstplanes aufwendiger, wenn nicht alle „pünktlich“ um 06.00 Uhr zum Beginn der Schicht da sind. Einige auch noch früher gehen, doch manche Aufgaben lassen sich so auch besser planen und effektiver durchführen. Neben den Beschäftigten und deren Familien profitieren auch die Unternehmen selbst. Dort wo Mitarbeiter/innen ihr Familienleben und den Beruf gut vereinbaren können, werden sie auch zukünftig gerne arbeiten und leben. Also schon gelebte Realität!

Mut oder Wahnsinn?

Unternehmen wie auch Mitarbeiter müssen die Scheu vor Neuem ablegen und sich nicht vor konstruktiven Diskussionen drücken. Es gibt für fast jede Herausforderung eine mögliche Lösung. Man muss sie nur wollen. Flexibilität bei Mitarbeiter/innen und Unternehmen spielt hier eine wichtige Rolle. Öfter mal über den Tellerrand hinausdenken, bringt neue Ideen. Die Besten und Effektivsten kommen da oft von den Mitarbeitern selbst, denn sie wissen ja was sie brauchen. Ob es eine Utopie bleibt liegt ganz sicher im Engagement der Familien und ihrer Eigenverantwortung. Hier nur auf die Politik zu setzen wird nicht funktionieren. Familien werden ihre Netzwerke brauchen und die die noch nicht ausreichend davon haben, werden sie ausbauen müssen. Am Schluss bleibt immer ein „Restrisiko“, wie im wahren Leben.

Ist das schon Alles?

Nein das alleine reicht natürlich noch nicht. Alles was Politik, Unternehmen und die Netzwerke bereit- halten, kann nur klappen, wenn die Familie mitspielt. Ein gutes Management innerhalb der Familie ist gefragt. Alle Mitglieder der Familie möchten ihren Wünschen und Neigungen nachgehen. Da muss der Fahrservice zum Fußball oder Reiten genauso organisiert werden wie der Haushalt und die Zubereitung der Mahlzeiten. Als Mutter oder Vater haben wir den Anspruch, dass das Zubereiten der Mahlzeiten möglichst schnell gehen soll und gesund sein muss. Um unter der Woche gesunde Mahlzeiten ohne großen zeitlichen Aufwand zu zaubern, empfiehlt sich die Vorbereitung oder das Vorkochen am Wochenende. Eintöpfe oder Suppen schmecken aufgewärmt meist noch besser und werden mit einem kleinen Beilagen-Salat aufgepeppt. Mit Gurke, Radieschen, Tomate und einem kleinen Teil Obst sieht es auch für Kinder sehr ansprechend aus und die frischen Vitamine fehlen auch nicht. Am Wochenende können die Kinder (je nach Alter) beim Schnippeln helfen. Oft entstehen hier die tollsten Gespräche oder Ideen für neue Rezepte. Im Gefrierschrank sollte immer eine Pizza oder Ähnliches für den „Notfall“ oder die besonderen Wünsche vorhanden sein.

Wenn ich Ihr Interesse für gesunde Ernährung im Zusammenhang mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf geweckt habe, melden Sie sich gerne bei mir. Als Ernährungscoach habe ich sicher den ein oder anderen Tipp für Sie parat und schicke Ihnen gerne einige Rezeptideen. Hier meine Kontaktdaten: www.invita-point.de.

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