Neues von den Spitzenfrauen

Konfliktsituationen im Business

von Dr. Heike Zeriadtke

Konflikte am Arbeitsplatz sind so vielfältig und häufig, dass jeder von uns schon einmal mittendrin steckte, Beobachter war oder als Führungskraft für Schlichtung sorgen sollte. Greift niemand ein, können Konflikte für ein Unternehmen richtig teuer werden. Wie teuer, lässt sich leider nicht auf Heller und Pfennig berechnen, allerdings sprechen Statistiken eine deutliche Sprache. Damit es in Ihrem Unternehmen nicht so weit kommt, gibt es mehrere Lösungsansätze die uns unsere Referentin vorstellte.

Ann-Christin Knuth von Strategie zwo beleuchtete in ihrem Vortrag die Entstehung von Konflikten und die verschiedenen Arten. Dann schilderte sie den typischen Verlauf. Dieser lässt sich in neun Stufen einteilen. Jede erreichte Konfliktstufe machte es für die Parteien schwerer aus der Situation wieder herauszukommen. Auch der Kreis derer, die vom Konflikt betroffen sind, wächst oftmals mit jeder Stufe. Der Konflikt betrifft dann nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern auch Kolleginnen und Kollegen und auch Vorgesetzte. Vordergründig geht es zwar oft um fachliche Differenzen, im Hintergrund steckt aber meist ein emotionaler Konflikt, den es am besten schnell zu beseitigen gilt. Gerade diese emotionale Ebene ist manchmal schwer zu erkennen. Somit kann ein solcher Konflikt schnell Dimensionen erreichen, die es beiden Parteien schwer machen, den Zwist ohne Gesichtsverlust zu beenden. Bereits gleich am Anfang, in den ersten Konfliktstufen benötigen beide Parteien qualifizierte Hilfe. Nach Ann-Christin Knuth verschließen ihrer Erfahrung nach dabei Führungskräfte  nur zu gern die Augen. Der Grund ist einfach. Sie sind oftmals nicht ausreichend geschult. Insbesondere dann, wenn Mitarbeiter mit einer hervorragenden fachlichen Kompetenz plötzlich Führungsaufgaben übernehmen und Vorgesetzte werden, kann es da zu Problemen kommen.

Die finanziellen Folgen für das Unternehmen sind von unterschiedlicher Struktur und manchmal schwer abzuschätzen.  So kann ein schwelender Konflikt eine der Parteien oder sogar beide gesundheitlich beeinträchtigen. Krankschreibungen für mehrere Wochen sind da keine Seltenheit. Dies verursacht natürlich zum Teil hohe Kosten für das Unternehmen, welche aber noch gut abzuschätzen sind. Aber auch die Zusammenarbeit im Team kann leiden, das kann bis zum Verlust des Projektes gehen. Am schwersten abzuschätzen und daher als "Eisberg-Zone" bezeichnet sind Folgen,  die mit einem Imageschaden einhergehen. Hier muss viel Zeit und Geld investiert werden, um solche Rufschädigungen aufzufangen und wieder zu beheben.

Konflikte tauchen aber nicht nur innerhalb der Belegschaft auf. Auch im Umgang mit Kunden kann es schnell mal zu Missverständnissen und damit zu Konfliktsituationen kommen. Hier gilt es dann abzuwägen, wie weit dem Kunden entgegen gekommen werden kann und wie wichtig dieser Kunde ist. Oft hilft bei Fehlern auch einfach eine klare Entschuldigung.

Dies alles schilderte uns Ann-Christin Knuth sehr eindrucksvoll. Dass fast jeder schon mal von einer solchen Situation betroffen war, zeigten die vielen Fragen und die Diskussionen danach bei leckeren Snacks. Natürlich kann man in einer solchen Runde nicht jeden Einzelfall beleuchten, aber Frau Knuth hat viele Hinweise und Ratschläge gegeben, wie sich UnternehmerInnen und Führungskräfte auf derartige Konfliktsituationen einstellen sollten. Unter anderem auch eine Möglichkeit: rechtzeitig das Gespräch mit "Gleichgesinnten" suchen. In solchen Gesprächen ergeben sich oft viele positive Ideen. Und wenn das nicht mehr hilft, lieber auf professionelle Hilfe von Mediation zurückgreifen. Diese Möglichkeit ist für ein Unternehmen immer noch kostengünstiger als den Konflikt weiter eskalieren zu lassen.

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